Stiftunglife - News

Mittwoch, 27. Oktober 2021

Lesetipp

Rasch, bevor der Monat zu Ende geht, noch einen Blick in die Oktoberausgabe der brand eins werfen. Da geht es geht um Begegnungen, das passt wunderbar zur Arbeit der Stiftunglife. Dass für dieses Titelbild die Begegnung mit einem Baum ausgewählt wurde, freut uns natürlich ganz besonders. Das passt in die Zeit und zu unserem Engagement. Wer Bäume mall wieder „in echt" spüren möchte, kann an unserer Baumpflanzaktion am 6. November in Buchloe teilnehmen. Schreibt uns einfach eine kleine Mail, wenn ihr Zeit Lust habt. jg

Dienstag, 26. Oktober 2021

Myanmar Update

Wer redet noch über Myanmar?

Noch im Frühsommer konnte sich, wer wollte, ganz gut über die Vorgänge in Myanmar informieren. Dann aber rückten die Flutkatastrophe im Ahrtal, der chaotische Rückzug aus Afghanistan und die Bundestagswahl und die Regierungsbildung in den Fokus des öffentlichen Interesses. Immerhin berichten FAZ und NZZ regelmäßig weiter und auch unabhängige burmesische Zeitungen wie „The Irrawaddy" sind noch online zugängig. Nach diesen Quellen ist die Lage in Myanmar unverändert dramatisch. Das Land ist weiterhin von 3 der 4 modernen apokalyptischen Reitern heimgesucht: Pandemie, Gewalt und Hunger. Die Dimensionen dieses Dramas sind am besten an Zahlen ablesbar. Fangen wir mit der Corona Pandemie an. Die Zahl der Infizierten war im Juli bis September 2021 so hoch wie noch nie seit dem Ausbruch im Frühjahr 2020. Aktuell geht die 7-Tages-Inzidenz zwar wieder zurück, aber die Dunkelziffer muss hoch sein. Denn: Bis dato wurden im ganzen Land insgesamt seit 2020 nur rund 4.4 Millionen Tests mit einer Positivquote von 10.7% durchgeführt (zum Vergleich die RKI-Daten für die BRD 74.3 Millionen Tests, Positivquote 6.4%). Nach offiziellen Angaben liegt die Letalität bei 3.81% und damit um 1.6% höher als bei uns. Klänge nicht so besorgniserregend, wenn die Dunkelziffer nicht wäre und die Berichte von Medical Action Myanmar und unseren Mitarbeitern, die über kaum funktionierende Kliniken und den Mangel an Sauerstoff, Medikamenten und Impfstoffen klagen und die selbst betroffen waren: In der Familie von Naing gab es Krankheitsfälle; der Vater unseres Medizinstudenten an Bord, Nanda, erkrankte schwer, der Vater von Dr. Nay verstarb nach langem Leiden an den Folgen seiner Viruserkrankung. Auch an Bord kam es im August zu Corona- Infektionen bei der Mannschaft, die glücklicherweise mild verliefen. Die Impfkampagne läuft zögerlich. Vollständig geimpft sind derzeit 6.8% der 54.8 Millionen Einwohner.

Das hat auch mit der angespannten politischen Situation in Myanmar zu tun. Am 1.8. hat die Militärjunta den Ausnahmezustand bis 2023 verlängert. Die Verfolgungen der Civil Disobediance Movement-Anhänger gehen weiter, über willkürliche Schikanen und Verhaftungen und Übergriffe auf Mönche (bisher ein Sakrileg) wird jeden Tag berichtet. Insgesamt sollen mehr als 8000 Bürger verhaftet und mehr als 1100 getötet worden sein. Auf der anderen Seite formiert sich eine politische Bewegung im Untergrund, deren militärischer Arm von den Rebellenarmeen trainiert wird und der seinerseits Armee/Polizei -Stützpunkte und Armeekonvois angreift. Die Schrecken gehen nicht absehbar weiter, denn die Vermittlungsversuche der ASEAN-Gruppe sind Versuche, eigene Staatsinteressen durchzusetzen und die westliche Staatengemein- schaft schaut, wie schon bei der Vertreibung der Rohinyas wortreich, aber wenig tatkräftig zu. Myanmar könnte auf einen Failed State zusteuern. Die ökonomische Lage ist jetzt schon bedrückend. Laut dem Welternährungsprogramm der UN leben bereits 20 Millionen Einwohner in Armut. 80% der Haushalte hätten in der Pandemie bis zur Hälfte ihres Einkommens verloren. Seit dem Militärputsch sind mehr als 1.2 Millionen Arbeitsplätze weggefallen. Im Moment kostet 1 Sack Reis 40% mehr als vor dem Putsch, der Benzinpreis hat sich verdoppelt. Der Kurs des Kyat ist um 60% gefallen, viele Banken und Wechselstuben geben nur noch minimale Geldbeträge heraus. Die Wirtschaftskraft schrumpft weiter. Und nicht zu vergessen: Schulen und Universitäten sind weiterhin geschlossen, das öffentliche Leben und die Infrastruktur sind stark beeinträchtigt. Das beschreibt den engen Rahmen, in dem wir uns derzeit bewegen.

Die gute Nachricht: wir haben vier Mitarbeiter:innen in Myanmar, die sich engagieren: Khu Khu lernt Deutsch, Khin gibt ihren Studenten Lernimpulse, Min Min pflanzt Bäume und Naing organisiert die swimming doctors. Die vier haben die Verantwortung für unsere Projekte übernommen - während wir uns mit der Rolle der entfernten Berater anfreunden. Das funktioniert besser als gedacht: mehr als 12.000 Patienten bei den Swimming Doctors, mehr als 30.000 gepflanzte Bäume, 100 Studenten und viele tausend Lebensmittelhilfen - die Bilanz dieses schwierigen Jahres kann sich sehen lassen. Wir bleiben weiter engagiert und danken allen Freunden der Stiftung, die auch (oder gerade besonders) in schwierigen Zeiten dem goldenen Land und den Menschen verbunden bleiben. wm + jg


Montag, 25. Oktober 2021

Annual Docking



In der Werft

Today early morning our ship drive in to the basin and afternoon time already on land . Tomorrow they will check the bottom and wash whole surface. First they will check the steel plate thickness and doing for painting. Best regards, Naing


Sonntag, 24. Oktober 2021

Mission Report October


Das Nebeneinander von Wirklichkeiten

Das Bild kam vor ein paar Tagen von den swimming doctors als Gruss nach Deutschland. Die Mannschaft (und die Bevölkerung des Delta) feierten/begingen den Tag des Vollmondes. Mich beeindruckt die feierlich-friedliche Stimmung, die auch in Myanmar noch möglich ist. Und -allgemeiner- das Nebeneinander von Wirklichkeiten in unserem Leben, die derzeit in  Myanmar nicht gegensätzlicher sein können. Nachfolgend ganz aktuell dazu der Monatsbericht vom Schiff. wm

Today our Swimming Doctors  already arrived to Yangon . Yesterday I went to Pyapone and sign for political Clearence. It mean we are not doing any political and we have no CDM staff on the ship. I follow back with the ship to Yangon .  Now we are waiting, Monday morning 6 am we have to drive in to the basin for annual Docking service. It will be take two to three weeks. I will update all of you for future and next Mission.
October : Total General Patients - 1831
October : Total Dental   Patients -   453
October : Grand Total Patients   -  2284


Samstag, 23. Oktober 2021

Heute in der Süddeutschen


Verzicht ?  Wir sollten uns ein neues, ein unbelastetes Wort suchen. Ein Wort, dass die Chancen betont, die in der notwendigen Veränderung stecken. Durch Corona haben wir manchen Gewinn durch Einschränkung erfahren - diese Erfahrung lässt sich auch auf andere Lebensbereiche übertragen. Es kommt auf die Sichtweise an. Weniger Fleisch essen ist gut für die Umwelt - der Hausarzt wird uns bestätigen, wie gut es für die eigene Gesundheit ist. Weniger mit dem Auto fahren und öfter mal das Fahrrad nutzen ist gut für die Umwelt - und für die eigene Fitness. In der Süddeutschen Zeitung gibt es heute auf Seite 47 einen lesenswerten Artikel zu einem Thema, das uns alle angeht. jg


Freitag, 22. Oktober 2021

Greenwashing


Die Werbung ist gut. Würde der Absender Lucky Strike es ehrlich meinen, könnte er zunächst mal seine Zigarettenproduktion  einstellen. Damit würde er zwar nicht die ganze Welt retten, aber es wäre ein guter Anfang. Der Versuch vieler Firmen, sich ein zeitgemäß grünes Mäntelchen umzuhängen, treibt merkwürdige Marketingblüten. jg


Donnerstag, 21. Oktober 2021

Das Tafel Team



Online Treffen des Tafelteams 

Der Screenshot zeigt, wieviel Freude die Zusammenarbeit macht. Wolfgang (oben links) hatte die Agenda professionell vorbereitet. Die Zwischenbilanz für das laufende Jahr ist gut: knapp 200 Tafeln bekommen in diesem Jahr die 1.000 + 1.000 Euro Unterstützung. Die „Spielregeln" sind einfach: Wenn ein Lions- oder ein Rotary Club die Tafel in seiner Stadt mit 1.000 Euro unterstützt, dann überweisen wir den gleichen Betrag an diese Tafel. „Matching grand" nennt man diese Verdoppelung, an der alle Beteiligten viel Freude haben, besonders die Tafeln.Das Projekt wird im kommenden Jahr fortgeführt. jg


Mittwoch, 20. Oktober 2021

Die eigenen Früchte ernten...


Vor Freunden bekam bekam ich kürzlich eine Kiste Äpfel aus dem eigenen Garten geschenkt. Nix besonderes, mag man denken - oder vielleicht doch? Es kommt wohl darauf an, wo wir leben und wie wir leben. Diese 12 Äpfel - ungespritzt, handgepflückt und mit Liebe verpackt - habe ich als ein wunderbares Geschenk empfunden. Nicht zu vergleichen mit einem Einkauf von im Supermarkt. Nicht zu vergleichen mit den gespritzten Apfelplantagen, die wir in Südtirol entlang der Autobahn sehen. 

Vor Beginn unserer Pflanzaktionen in Myanmar fragen wir immer, welche Bäume sich die Dorfbewohner wünschen. Für den Schulhof sind Bäume gefragt, die groß werden und Schatten spenden. Für das eigene Grundstück wünschen sich die Menschen Ostbäume, am beliebtesten ist die Mango. Die Menschen pflanzen und pflegen die Bäume, weil sie den eigenen Nutzen davon haben - und wir freuen uns über unserer grünen Beitrag für die Umwelt. Ganz selbstlos ist die Sache nicht: wenn wir die Dörfer besuchen (hoffentlich bald) werden wir mit frischen Früchten empfangen. jg


Dienstag, 19. Oktober 2021

Bäume pflanzen in Myanmar


Ordentliche Buchhaltung

Weil wir viele Bäume pflanzen, brauchen wir eine ordentliche Buchhaltung: Damit unser Umweltteam die Übersicht behält, wird jede Pflanzaktion dokumentiert, einschließlich der Geodaten. Im Abstand von 12 Monaten wird jedes Projekt besucht und das Wachstum der Bäume dokumentiert. Hier ist der erste Bericht der Baumpflanzung in Myat Kha Daw, einem kleinen Dorf in der Nähe von Bagan:
The name of the village is Myat Kha Daw. It has 120 families with 720 people. And most of them are farmers. We donated 1000 trees in October 2021. We donated 325 lemon trees, 325 guava trees and 350 star flower trees. We gave every family three trees and the rest we donated to another village nearby called Sat Sat Yo with 200 families. We give three trees for every family. Both of this village had a great connection with Mr. U Than Maung, he worked as a head master in village Myat Kha Daw and live in Sat Sat Yo. Before we donate, we explain to the people about the climate changes and people are so happy to receive the trees. They planted their trees in their own places. And some trees are planted in the school compound and in Monastery. Here is the link to see the project on our website https://www.stiftunglife.de/bildung/schule2/blog-schule.html?Region=B24  best regards, Min Min


Montag, 18. Oktober 2021

Kinderheim Yangon



Erst gab's Geschenke, dann die Impfung

Letzte Woche gab es eine (vorgezogene) Vollmondfeier im Kinderheim. Alle waren nett zueinander und Capt Wilk verteilte Geschenke. Später wurden dann alle, die älter als 12 Jahre sind, gegen Corona geimpft. Erste Impfung: das war vielleicht das größte Geschenk. Die Kinder brennen darauf, wieder in die Schule gehen zu können. Kann gut sein, dass die Schulen in Myanmar zum Monatsende wieder geöffnet werden. Wir bleiben zuversichtlich und werden berichten…. jg


Sonntag, 17. Oktober 2021

Nothilfe/1



Vor zehn Jahren lebten 21 Millionen Menschen in Syrien

Heute sind es noch 15 Millionen. Eine halbe Million Menschen sind tot, sechs Millionen Menschen haben das Land verlassen. Die da geblieben sind leiden: 9 von 10 Syrern leben in Armut. Zu den Menschen, die in Armut leben, gehört diese Frau mit ihren drei Kindern. Der Ehemann und Ernährer der Familie ist gestorben, die Frau versucht alleine zurecht zu kommen. Wir helfen, schicken jeden Monat 100 Euro zum Überleben. Das Geld ist in dem Briefumschlag, den die Frau in der Hand hält. 100 Euro, das weniger als ein Euro pro Kopf am Tag. In unserer Sonntagsrunde haben wir heute unsere drei Syrienprojekte vorgestellt. jg


Freitag, 15. Oktober 2021

Nothilfe/2



Es ist leicht ein guter Mensch zu sein, wenn man täglich Suppe und Gemüse zu essen hat. nach Georg Büchner

Noch genau zehn Wochen, dann ist Weihnachten. Mache kalorienreiche Advents- und Weihnachtsfeier gilt es bis dahin zu überstehen. Da kann man dann ruhig die Begnadigung der Weihnachtsgans in Erwägung ziehen. Es gibt Menschen in Deutschland, die haben solche Sorgen nicht, sie müssen sich einschränken. Gut dass es 950 Tafeln in Deutschland gibt, die täglich dafür sorgen, dass arme Menschen auch satt werden. Die Vorweihnachtszeit ist eine wunderbare Gelegenheit, Überfluss und Mangel auszugleichen: mir schmecken die vielen Leckereien nach einer Spende für die Tafeln noch besser. Die Stiftung verdoppelt jede Spende, bevor sie an die Tafeln weitergegeben wird. jg


Donnerstag, 14. Oktober 2021

Nothilfe/3


Über die Art des Gebens

Die berührtesten Bilder dieses Jahres kommen aus Myanmar: Ma Khin schickt uns immer wieder Bilder von unseren Studenten, die das wenige was sie haben, mit denen teilen, die nichts mehr haben. Unsere monatliche Hilfe erreicht die Studenten und sie wird von den jungen Menschen weitergereicht an Familie, Freunde und Nachbarn. Jeder Student kümmert sich um die Menschen, die in seiner Nähe in Not sind. Es ist immer ein Geben voller Respekt. Das haben wir von unseren burmesischen Freunden gelernt: in dem Land bedankt sich derjenige, der gibt. jg


Dienstag, 12. Oktober 2021

Was macht eigentlich Georg?



Moskau, Bangkok, Beirut und Dehli, Yangon

Julius Georg Luy hatte schon viel von der Welt gesehen, bevor er 2008 den Posten als Botschafter in Myanmar antrat. Dort haben wir uns kennen gelernt und sind über die Jahre in Verbindung geblieben. Danach war Julius Georg Luy deutscher Botschafter beim Europarat in Straßburg, danach in Kairo. Im aktiven Ruhestand lebt er seit zwei Jahren mit seiner Familie in Rumänien. Bei meinem Besuch in Bukarest haben wir viele interessante Gesprächsthemen: Myanmar, Europa und Stiftunglife gehören dazu. Seit Anfang des Jahres geht Georg (zusammen mit Gerd und Tilman) der Frage nach, was in der Stiftung gut läuft - uns was man noch verbessern könnte. 

Übrigens: der Herr links im Bild, das ist Robert Schumann. Von 1948 bis 1952 leitete er die französische Außenpolitik in neue Bahnen und gab ihr ein europäisches Profil. Schumann wurde zum französischen Verhandlungsführer der europäischen Einigung. Er unterzeichnet die Satzung des Europarats und die europäische Menschenrechtskonvention. Robert Schumann geht als einer der Baumeister Europas in die Geschichte ein. jg


Montag, 11. Oktober 2021

Heute ist Welt Mädchentag


Braucht man einen Tag für Mädchen?

Die Idee für einen Welt-Mädchentag entstand 2003 als Teil der Kampagne „Because I am a Girl". Im September 2008 wurde der erste noch inoffizielle „Internationale Mädchentag" ausgerufen. Drei Jahr später griff die UNO die Idee auf, unterstützt vom Deutschen Bundestag. Seitdem gibt es in jedem Jahr am 11. Oktober einen Anlass, auf die weltweit vorhandenen Benachteiligungen von Mädchen hinzuweisen. Benachteiligungen für Mädchen gibt es in Afghanistan und vielen Teilen der Welt. In unseren Projekten - besonders im Kinderheim und bei der Stipendienvergabe - achten wir darauf, dass die Mädchen chancengleich behandelt werden. jg