Stiftunglife

Donnerstag, 21. Juni 2018

Reisebericht aus Myanmar/3


Der lange Weg zur ACRONIS Schule hat sich gelohnt. Die Kinder haben gerade Pause als wir ankommen, sie rennen und spielen auf dem großen Spielplatz. Die großen Flammenbäume spenden Schatten und es ist ein angenehmer Ort für eine Schule. Die Kinder haben viel Platz. 
Hier ist es deutlich kühler als in Nyaung Oo. Das Gebäude ist wie erwartet in sehr gutem Zustand, die Kinder von KG – Grade 4 dürfen sich die Klassenzimmer eigen nennen. Sie sind voll besetzt mit jeweils über 30 Kindern. Über die 5 Computer sind sie sehr froh. Der Strom, der mit den Solarpanelen erzeugt wird, ist mehr als genug. Die Lehrerin unterrichtet die Kinder von Grade 6 bis 10 einmal in der Woche eine Stunde. Das ist sehr wenig, aber besser als gar nichts. Die Toiletten sind auch in Ordnung, es gibt Wasser. Obwohl das hier wohl ein Problem zu sein scheint. Denn das Dorf bekommt das Wasser aus einem anderen Dorf. Vor allem der Wasserdruck ist manchmal ein Problem. Das Wasser muss 1km durch eine Leitung laufen, bis es an der Schule ist, das ist sehr weit. Wir werden unseren Solaringenieur untersuchen lassen, ob es möglich wäre im Ata Dorf selbst, wo die Schule liegt, einen Brunnen mit einer Solarpumpe an zu legen. Dann hätte das ganze Dorf Wasser. Jetzt müssen alle mit den Ochsenkarren in das nächste Dorf fahren oder zu Fuß das Wasser dort holen. Nur die Schule ist mit einer Leitung an die Wasserpumpe angeschlossen.Es ist eine Dorfgemeinschaft aus 5 Dörfern, die Schüler kommen auch aus diesen 5 Dörfern. Für PAUL gibt es genug Wasser, es wird in die traditionellen tönernen Gefäße geschüttet und die Kinder mögen das Wasser. Dieses Jahr hat kein einziger Schüler das Matrix Examen geschafft. Auf meine Nachfrage, wie das denn kommt, sagen die Lehrer, dass die besseren Schüler in eine Boarding School gehen und dort ihre Examen ablegen. Um aber im nächsten Jahr ein paar erfolgreiche Schüler zu bekommen, haben sie sich einen Plan ausgedacht: die Kinder werden von den Lehrern abends und morgens früh, nach und vor dem Unterricht unterrichtet werden. Dazu sollen die 23 Schüler mit den Lehrern an der Schule übernachten. Ich wünsche ihnen viel Glück dazu. Zwei Klassenzimmer in einem der älteren Gebäude sind sehr dunkel. Ich überlege mit MinMin ob wir ein paar Wellblechelemente mit durchsichtigen Elementen ersetzen lassen, das brächte Licht in die Dunkelheit/ub
KG- Grade 10
Schüler 381
Lehrer 21
Keine Elektrizität 
ein PAUL
Gebäude 5
Klassenzimmer 14 inkl. Lehrerzimmer
Toiletten 14
8 Lehrer schlafen in einer Hütte auf dem Schulgelände 

Zwei Euro


Im Februar hatte die europäische Kommission den Restaurants in Europa vorgeschlagen, dass sie ein Glas Wasser kostenlos anbieten sollten: „Als nette Geste, wir zwingen sie nicht dazu." Nun gibt es in manchen Cafés das Wasser weiterhin kostenlos, in anderen muss man für ein Glas Leitungswasser einen Euro bezahlen, oder zwei. Für beide Seiten gibt es gute Argumente....

Wenn wir einen PAUL Wasserfilter an unsere Schulen bringen, gibt es mehr als ein Glas Wasser kostenlos für Kinder und Lehrer. Sauberes Trinkwasser ist die beste Voraussetzung, damit Kinder gut lernen können. Rund einen Cent kostet uns das pro Kind pro Tag.  Macht zwei Euro am Tag für 200 Kinder 😊

Mittwoch, 20. Juni 2018

Heute ist Weltflüchtlingstag


Fast 70 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht. Viele fliehen in ihrem Land, noch mehr in die Nachbarländer, manche wagen sich übers Meer. Noch nie waren nach dem zweiten Weltkrieg so viele Menschen auf der Flucht. Ob da so ein Gedenktag hilft? Schon im Jahr 1914 hat Papst Benedikt XV. den „Welttag der Migranten und Flüchtlinge" ausgerufen. Es lohnt sich, mal darüber nachzudenken, wie viele Deutsche seit der Zeit aus Deutschland geflohen und in anderen Ländern aufgenommen worden sind. So ein Rückblick wäre auch ein schönes Thema für die Predigt am kommenden Sonntag, besonders in bayrischen Kirchen. 
Während die große Politik in diesen Tagen um eine tragbare Lösung ringt, konzentrieren wir uns auf den Alltag. Ahmad und seine Freunde tun viel dafür, dass sie in unsere Gesellschaft aufgenommen werden. Wir unterstützen sie dabei - manchmal mit einem netten Wort, gelegentlich auch mit ein paar Euro für eine Monatskarte oder einen Computerkurs. Das macht Freude hier und dort. Integration braucht Menschen auf beiden Seiten, die bereit sind, sich auf einander einzulassen. Am Ende können Freundschaften fürs Leben daraus werden/jg

Dienstag, 19. Juni 2018

Was macht eigentlich Ursula ?


Ursula ist Teil der „Greening Campaign" in Bagan geworden. Hier im Bild bekommt sie gerade eine Auszeichnung, zusammen mit Min Min, für dieses Engagement. Beide haben nicht nur Geld dafür gegeben, sondern auch selbst den Spaten in die Hand genommen und geholfen, die Baumsetzlinge in die Erde zu bringen. Bei 40° im Schatten kann man da schon ein paar Schweißperlen sehen. Um die Pflege der Bäume werden sich die Anwohner in der Umgebung kümmern. Diese Bäume sind, wie das Trinkwasser, kleine wichtige Projekte am Weg, um die wir uns gerne kümmern - aber die größte Aufmerksamkeit gehört den Schulen. Ein- bis zweimal im Jahr heißt Ursula durch das ganze Land um gemeinsam mit Min Min unsere 67 Schulen zu besuchen. Überall schauen die beiden nach dem Rechten, unterhalten sich mit den Dorfbewohnern, den Kindern und den Lehrern um herauszufinden, was zu tun ist. Einen Report von jedem Schulbesuch gibt es direkt an die Spender – und auf unserer Website. Danke Ursula 😊

118 Flammenbäume

Ursula ist nicht nur für unsere Schulen unterwegs, sie interessiert sich auch für Ideen und Initiativen links und rechts des Weges. Weil wir seit über zehn Jahren in und um Bagan tätig sind, eröffnen sich für uns immer mehr Möglichkeiten der Zusammenarbeit. Gestern haben Ursula und Min Min weitere 118 Bäume gepflanzt. Das ist ein Gemeinschaftsprojekt der Stiftunglife mit der Bagan Plastik campaign. Unser Ziel in diesem Jahr sind 1.000 Bäume - fast die Hälfte haben wir schon geschafft/jg

Montag, 18. Juni 2018

The Mastaba



Das neueste Werk des amerikanischen Verhüllungskünstlers Christo ist fertig. 7506 Ölfässer schwimmen als spektakulärer Hingucker auf einem See im Londoner Hyde Park. Das Werk ist 20 Meter hoch, 30 Meter breit und 40 Meter lang sein. "Ich freue mich, diese temporäre Außenskulptur in Großbritannien zu realisieren. Die Londoner „Mastaba" wird für die Öffentlichkeit frei sein. Keine Tickets, keine Reservierungen, keine Besitzer. Das Werk wird allen gehören, bis es wieder weg ist", sagte Christo anlässlich des Beginns der Bauarbeiten im April. Heute ist es fertig, zu besichtigen bis zum 23. September.

Hier noch eine kleine Anmerkung, falls Ihr Euch fragt, was das mit unserer Stiftung zu tun hat: die 1.000 Fässer, die auf diesem Foto zu sehen sind, entsprechen der Menge Diesel, die wir mit einer Wasser/Solaranlage in Myanmar einsparen. Zwei Anlagen laufen schon, die dritte ist im Bau. Das sind 3.000 Fässer. Die Kunstinstallation besteht aus insgesamt 7.506 Fässern/jg 

Sonntag, 17. Juni 2018

Reisebericht aus Myanmar/2


Gestern Nachmittag waren wir zu Besuch im Ella Kindergarten. Wir kamen nach Schulschluss, aber Kinder und Lehrer haben auf uns gewartet. Es hat sich gelohnt, wir haben die Kinder mit der deutschen Fahne verziert. Min Min hatte bei seinem Besuch in Deutschland Schminkmaterial für die Fußball WM geschenkt bekommen. Die Fußball WM geht hier auf dem Land allerdings an allen vorbei, denn in diesem Dorf gibt es keinen Strom. Aber die  Kinder sind glücklich mit dem Fußball, den wir ihnen mitgebracht haben. Sonst ist alles in Ordnung. Auch einige Leute vom Dorfkomitee sind gekommen. Sie freuen sich über unseren Besuch. Alles ist sauber und ordentlich, eigentlich habe ich es auch nicht anders erwartet. In einen Klassenzimmer ist die Kindergarten Gruppe, im anderen Raum ist das Klassenzimmer von Grade 1, das die Schüler sich mit den Lehrern teilen. Wir erzählen den Lehrern von unserem Wettbewerb um die sauberste Schule. Sie finden das eine gute Idee und machen gerne mit/Ursula

Espresso

 

Lieber Jürgen, wie immer interessant, den Espresso* zu lesen.
Richtig, das Spielen in der Sandkiste ist die Basis fuer gegenseitiges Verstaendnis und Toleranz und natuerlich die Besuche von den jungen Deutschen, die nach Myanmar kommen. Die 32.8% sind eine klare Aussage ueber den unmoeglichen Zustand des Birmanischen Schulsystem. Jeder weiss es, jeder spricht von schnellen Aenderungen, aber passieren tut so gut wie nichts. Wir werden aus dem Kinderheim im naechsten Maerz 6 Maedels haben und 9 Jungs, die fuer ihr 10 Standard Exam sitzen. Bei den Maedels bin ich sehr positiv, was das Bestehen betrifft, bei den Jungs müssen wir mal sehen, am Ende muss ich sehen, wie ich sie alle unterbringe. Gut das ich die Hotels und die Outlets im Flughafen habe, wo ich sie in Service, Kueche und in den Hotels auch im allgemeinen Wartungsdienst unterbringen kann. So verliere ich nicht den Ueberblick was die Teenager 16 - 18 tun und kann mit meinen Mitarbeitern verhindern, das sie ins Negative abrutschen. Auch Kinder die von MTYC weggelaufen, sind neuerdings mit mir in Kontakt und brauchen Jobs wo sie nicht ausgenutzt werden. Das Strassenleben fuer junge Menschen ist voller Risiken. Drogen sind in einigen Stadtteilen in Gross Yangon ein Riesenproblem. Aber Jammern hilft nicht, wir muessen es gezielt zupacken und es mit Erfolg fuer den Einzelnen beenden. Danke fuer Eure Unterstuetzung bei den Studenten und fuer die Aufmerksamkeit fuer unsere Kinder im HeimIm Moment haben die 15 Exam Kinder jeden Tag Nachhilfe: Unterricht plus Samstags meine vaeterlich Ermahnung zu lernen, nicht fur mich sondern fuer die eigene Zukunft. Ich hoffe, ich bin ueberzeugend genug. In dem Sinne einen schoenen Sonntag aus dem nicht ganz so feuchten Yangon, Jerzy

* Espresso heißt der wöchentliche Rückblick zu den Projekten und den Menschen, die sich in der Stiftung engagieren. Wir versenden den Espresso jeden Samstag per Mail an die Freunde der Stiftung. Bitte bei mir melden, wenn er nicht angekommen sein sollte: juergen@stiftunglife.de
 

Samstag, 16. Juni 2018

Reisebericht aus Myanmar/1


Min Min ist wieder in Myanmar. Ursula ist mitgereist, zusammen sind die beiden jetzt jeden Tag unterwegs, um alle Schulen zu besuchen. Das ist anstrengend in dieser Zeit, in der das Thermometer oft die 40 Grad erreicht. Hier ist Ursulas Bericht vom Besuch beim NINA Kindergarten:
Das neue Kindergarten Gebäude ist fast fertig, nur das Streichen der Wände fehlt noch. Das wird in ein paar Monaten geschehen, im Moment ist es so feucht, dass die Farbe fast nicht trocknen würde. Wir dürfen uns auf die Einweihung freuen. Was für eine schwierige Aufgabe es ist, an diesem Berg zu bauen, sehe ich jetzt. Es gibt an vielen Stellen Erosion und es muss viel mit Steinen aufgefüllt werden. Da gibt es noch einiges zu tun und das Dorf muss ständig dran bleiben.Die beiden Räume werden bereits benutzt, einer als KG, der andere zum Unterricht. Wir geben der Schulleiterin die Informationen zu unserem Schulwettbewerb „Die saubere Schule". Min Min erklärt ausführlich worum es dabei geht, denn diese Schule ist neu bei uns im Projekt. Auch, dass wir regelmäßig die Schule besuchen werden und auf eine gute Zusammenarbeit mit dem Dorf setzen. Ich glaube, das sollte hier funktionieren, es waren jetzt auch wieder Leute vom Dorfkomitee hier und ich kann sehen, dass Interesse gezeigt wird. Die Schule hat auch noch keinen Wasserfilter, die Dorfbewohner zeigen Interesse, würden auch den Eigenbeitrag bezahlen. Das Wasser kommt aus einem Brunnen oder das Regenwasser wird getrunken. Ich werde veranlassen, dass ein PAUL an die Schule kommt. Die Schule hat bei der Regierung eine Anfrage für neue Toiletten gemacht, denn es gibt nur 2 Toiletten für 130 Kinder. Aber ob dafür Geld bewilligt wird? Sie haben die Anfrage schon öfter gestellt. In ein paar Monaten soll  der KG feierlich eingeweiht werden/ub

Freitag, 15. Juni 2018

Heute im SZ Magazin

Jeden Freitag gibt es mit der Süddeutschen das SZ Magazin. Von Journalisten gemacht, die sauber recherchieren und sich auch an kritische Themen wagen. In unserer heutigen Informationsfluss ist das keine Selbstverständlichkeit mehr. Die Idee zu unserem Tafelprojekt kam vor 12 Jahre durch einen Artikel im SZ Magazin, in dem die 100 ärmsten Deutschen vorgestellt wurden: mit Bild, Namen und Anschrift.

Was für ein glücklicher Zufall, dass gerade heute, mitten in der aufbrandenden Flüchtlingsdiskussion, eine "Frau mit Klasse" vorgestellt wird. Die Frau hat sich vorgenommen, Deutschland zu mögen. Weil sie begreift, dass sie Deutschland genauso braucht wie Deutschland sie. Nur, begreifen dass auch die Deutschen? Es lohnt sich, diesen Artikel über die engagierte Lehrerin zu lesen - nicht nur, wenn man Kinder hat/jg

Donnerstag, 14. Juni 2018

Was macht eigentlich Wolfgang?



Wolfgang kümmert sich der Stiftung und alles, was gedruckt werden muss. Jetzt gerade ein Flyer, Bücher, Postkarten: was René gestaltet, wird von Wolfgang gedruckt. Oder, genau gesagt, sucht Wolfgang den passenden Drucker für uns aus. Wer ist qualitativ gut und kann es preiswert machen (am liebsten umsonst) Wolfgang ist Dipl. Drucktechnik, er kennt die ganze Branche (kein Wunder, Wolfgang ist der Schwiegersohn von Roland Schütz und der war im vorigen Leben Druckereibesitzer) Er kennt alle Verarbeitungsmöglichkeiten und auch die kleinen Tricks und Verbindungen, mit denen man an günstiges Papier kommt, oder an einen Buchbinder, der grad mal etwas für uns tun möchte. Gutes tun liegt in der Familie: wie Roland, ist auch Wolfgang bei den Lions in München Solln engagiert. Viele schöne Projekte haben wir in den letzten zehn Jahren gemeinsam auf den Weg gebracht/jg

Mittwoch, 13. Juni 2018

99 gegen 33 Prozent


Abizeit in Deutschland. Die meisten haben ihre Prüfungen hinter sich. Die meisten werden auch bestanden haben: 95 bis 99 Prozent (abhängig davon, in welchen Bundesland man Abitur macht) bestehen das Abitur. In Myanmar ist das ganz anders. Dort haben die Abiturienten den Stress schon seit Februar hinter sich. Letzte Woche gab's die Ergebnisse:

- 789.845 Schüler haben am Matrix Exam (so heißt das Abitur dort) teilgenommen.
- 289.845 Schüler (32,82 Prozent) hatten mehr als 300 Punkte und damit bestanden.

Die meisten Abiturienten in Myanmar sind 16 oder 17 Jahre alt. Geprüft wird in sechs Fächern. In jedem Fach kann man maximal 100 Punkte bekommen, also sind insgesamt 600 Punkte möglich. Das ist ein theoretischer Wert, die beste Abschluss Schülerin hatte in diesem Jahr 553 Punkte. Das bedeutet freie Auswahl bei der Wahl der Studienfachs. Für die meisten Schüler ist die Wahl von Studienfach und Studienort vom Notenschnitt abhängig. In den kommenden Wochen wird Khin sich bemühen, die besten Studenten aus ländlichen Regionen für unser Scholarship Programm zu gewinnen. Zwanzig neue Hoffnungsträger wollen wir aufnehmen. Von den Ergebnissen werden wir berichten/jg

Dienstag, 12. Juni 2018

„So viele nette Menschen!“


Die Reiseroute kann sich sehen lassen: München - Celle - Hornbostel - Föhr - Hamburg - Korbach - Einbeck - Stuttgart - Mallorca - München. Das war ein großes Programm für Min Mins dritten Deutschlandbesuch. Viele Freunde der Stiftung hat er auf dieser Reise getroffen. Heute Morgen noch ein letzter Cappuccino mit Markus: Ideen sammeln für die nächsten Fotoreise nach Myanmar. Nach dem Erinnerungsfoto auf dem Balkon habe ich Min Min zum Flughafen gebracht. Sein Kopf und die zwei Koffer sind voller guter Erinnerungen an diese Tage. Glücklich zieht er Bilanz: „Jürgen, so viele nette Menschen habe ich noch nie getroffen. Ich freue mich so sehr, dass ich ein Teil der Stiftung bin." Bleibt am Schluss noch die Frage, was ihm denn auf dieser Reise besten gefallen hat. Da muss er nicht lange nachdenken: „Unser kleiner Vortrag in der Aula der Gorch-Fock-Schule in Hamburg mit den vielen Kindern." Morgen Früh landet Min Min in seiner Welt. Zusammen mit Ursula wird er in den nächsten zwei Wochen unsere 67 Schulen besuchen. Wir werden davon berichten/jg

Künstliche Intelligenz


Heute beginnt die Cebit in Hannover. Künstliche Intelligenz wird eins der Hauptthemen sein auf der weltgrößten Computermesse. Heute sind selbstlernende Computersysteme schon in der Lage Telefonanrufe zu beantworten wie ein echter Mensch. Kann sein, dass Menschen irgendwann nicht mehr gebraucht werden, um Menschen zu betreuen. Da mag unser Modell der Kundenbetreuung etwas antiquiert wirken, denn wir informieren die Freunde der Stiftung am liebsten persönlich. Das mag nicht besonders effizient sein, aber es ist menschlich und entspricht damit seit fast dreißig Jahren den Grundsätzen unserer Stiftung. Wenn die modernen Computersysteme uns helfen, den Weg jeder einzelnen Spende vom Eingang auf unserem Spendenkonto bis ins Projekt zu verfolgen, sind wir gerne dabei. Unser gläserne Konto ist ein guter Anfang, der sich mit künstlicher Intelligenz und selbstlernenden Systemen sicher noch verbessern lässt. Wir arbeiten daran/jg 

Montag, 11. Juni 2018

Ende der Ferien

Während bei uns die großen Ferien bevorstehen, gehen sie in Myanmar gerade zu Ende. Hier auf dem Foto sind ein paar von den Kindern zu sehen, die wir in Yangon unterstützen. Der Weg vom Kinderheim zur öffentlichen Schule ist nicht sehr weit, mit einem Pick up werden sie in der Früh hingebracht und Mittags abgeholt. Weil dort, am Rand der großen Stadt, so unglaublich viele Kinder zur Schule gehen, wird in zwei Schichten unterrichtet: Frühschicht und Spätschicht. Trotz dieser Aufteilung sind die Klassen mit bis zu 80 Kindern so groß, dass gutes Lernen nur schwer möglich ist. Im Kinderheim bekommen sie Nachhilfe und Förderung, so dass alle ihre Chance bekommen – und für die Schule sind wir ganz zuversichtlich, dass wir dort bald mit dem Bau eines neuen Schulgebäudes helfen können. Wir werden berichten/jg

Sonntag, 10. Juni 2018

Vertrauen


Früher war die Welt einfacher, früher stand Mercedes für Vertrauen und Wertarbeit. Heute schauen wir kritisch auf alle, die uns 100 Prozent versprechen. Besonders, wenn solche Versprechen von Automobilherstellern kommen.

Gestern Abend wurde ich gefragt, wie wir die Verwendung der Spendengelder in Myanmar kontrollieren. Da habe ich von unserem gläsernen Konto erzählt, von unseren eigenen Mitarbeitern vor Ort und unseren direkten Kontrollen. Mein Gesprächspartner war zufrieden, ich war es nicht. Früher wurden Dokumente gefälscht, heute lassen sich Ton und Videoaufnahmen perfekt fälschen. Künstliche Intelligenz macht's möglich. Was uns auf der einen Seite voran bringt, macht das Leben auf der anderen Seite schwierig. Es wird immer einfacher wird, etwas als wahr zu verkaufen, was nicht wahr ist. Kann sein, dass wir in ein paar Jahren soweit sind, dass sich jede Spende über eine Blockchain bis ins Ziel verfolgen lässt. Bis das soweit ist, liegt es in unserer Hand, die Projekte und unser Handeln so transparent zu machen, dass man uns gerne vertraut/jg

Was macht eigentlich Jerzy Wilk?


Jerzy Wilk freut sich auf das Wochenende. Seit zehn Jahren kümmert er sich jeden Sonntagmorgen um „seine Kinder" im Kinderheim am Stadtrand von Yangon. Alle 120 Kinder kennt er beim Namen, kennt ihre Geschichten von zerrissenen Familien, von Hunger und Gewalt. Seit vielen Jahren sind wir uns menschlich und in verschiedenen Projekten verbunden. Jerzy unterstützt das Engagement der Stiftung in Myanmar und er beobachtet unser Miteinander hier mit Interesse und Ideen. Hier sind seine Anmerkungen zu unserem aktuellen Espresso :


Lieber Juergen,
das Teamtreffen ueber einen 2-3 taegigen Zeitraum finde ich sehr gut.
Man ist nicht unter Zeitdruck und kann auch persoenliche Gespraeche fuehren welche die Zusammenarbeit vertiefen. Und wenn es dann in einem Umfeld wie Foehr ist, um so besser. Der Kommunikationsaustausch von jungen Schuelern, sprich Kindern, ist eine tolle Sache und wird ueber die Zeit helfen solide Bruecken zu bauen. Die Anpflanzung von Baeumen ist generell wichtig, specially in der Trockenzone Bagan, Pakukko, Magwe. Hier finde ich, um einen Erfolg zu haben,  ist es wichtig das die Dorfgemeinschaft voll dabei ist und auch versteht warum diese Pflanzungen sein muessen.Im Rhakine, ausserhalb von Sittwe in Richtung der Muslimischen Doerfer ist viel abgeholzt, die Menschen brauchen einfach Feuerholz zum ueberleben. Wenn sich die politische Lage verbessert, und es alternativen fuer die muslimische Bevoelkerung gibt, wird es in allen Bereichen viel zu tun geben. Es faengt in den Kindergaerten an und mit den Gebaeuden leistet Die Stiftung eine gesunde Basis fuer die Weiterentwicklung der jungen Menschen in diesem Land. Um Deine Worte zu benutzen, Gut das es Euch gibt, noch besser das ich Euch kenne und hier und da helfen darf/kann. In diesem Sinne einen schoenen Sonntag aus dem sehr feuchten Yangon, Gruss Jerzy 

Samstag, 9. Juni 2018

Alles hat zwei Seiten


Früher hat man geschimpft, weil die Kinder und Jugendliche so viel vor den Fernseher gesessen haben. Seid alle ein Smartphone haben, hat sich das Problem fast erledigt. Heute geht es um die viele Zeit, die (nicht nur) Kinder und Jugendliche in sozialen Medien verbringen. Auch unsere Freunde in Myanmar sind täglich auf Facebook unterwegs. Auf Facebook sehen wir täglich, wo sie unterwegs sind und wie sich unsere Projekte entwickeln. Wie hier auf den Bildern, die Naing vor ein paar Tagen von der Verteilung der PAUL Wasserfilter gepostet hat. Danke Naing/jg

Freitag, 8. Juni 2018

Swimming Doctors Report



Nadja Hertenstein, die Autorin dieses erfrischenden Reiseberichtes von den Swimming doctors, ist Zahnärztin und eigentlich für die riverdoctors der artemed Stiftung in Myanmar im Einsatz . Nadja war nun die erste, die eine Grundidee der „Deltadocs“ ,unserem Zusammenschluss der drei im Delta eingesetzten Schiffe , umgesetzt hat: die bordübergreifende Mentorentätigkeit. Mit dieser Idee möchten wir die Behandlungsabläufe auf den Schiffen vergleichend beurteilen, die Teams vor Ort und in Deutschland näher zusammen bringen und einheitliche diagnostische und therapeutische Standards erarbeiten und umsetzen. Nadja und Dieter sind dafür beispielgebend. Wie spannend es ist, sozusagen fast live mit an Bord der Futura zu sein, könnt Ihr hier lesen

Recycling ist gut...


...aber viel besser ist es, wenn wir Müll vermeiden. Als das winzige Ruanda vor zwölf Jahren beschloss, Plastiktüten zu verbannen, wurde es noch belächelt. Inzwischen hat sich sogar in Deutschland der Gebrauch von Plastiktüten in den letzten zwei Jahren halbiert: statistisch gesehen verbraucht jeder Deutsche 29 Kunststofftaschen im Jahr.  Nun werden mehr Papiertüten genutzt. Das ist ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Richtig gut wird es erst, wenn wir ganz auf Einwegtüten verzichten und uns wieder daran gewöhnen, einen eigenen Einkaufsbeutel mitzunehmen. Auch wiederverwendbare Kaffeebecher sind möglich, wenn es „to go" sein soll. Auf Strohhalme könnte man ganz verzichten. Solche Dinge machen ein bisschen Mühe - und sind doch nichts gegen das, was Angelica versucht zu leben: ein Jahr ohne Müll! Voller Respekt schaue ich, wie die engagierte junge Frau (sie war eine unserer geförderten Studenten) sich für eine bessere Umwelt einsetzt. Vor ein paar Tagen wurde sie von der Universität Manila eingeladen, von ihren Erfahrungen zu berichten/jg 

Mittwoch, 6. Juni 2018

Was macht eigentlich Ahmad ?


Ahmad strahlt, denn er arbeitet endlich wieder in seinem Beruf - davon durfte ich mich heute in Fulda überzeugen. Die Patienten lieben den netten Zahnarzt aus Syrien. In seiner Freizeit kümmert sich Ahmad um seine Familie und um sein eigenes kleines Projekt. Zusammen mit seinen Freunden kümmern sie sich dreimal in der Woche um alte Menschen, die im Heim leben. Der Name ist das Programm: „Wir schieben Oma" Die Menschen in Bad Salzschlirf sind begeistert und wir hoffen zuversichtlich, dass diese schöne Idee noch viele Nachahmer in Deutschland finden wird/jg